Rückblick auf die Tagung „Buchenwald war überall“

Die mittlerweile 14. Tagung des Netzwerks „Buchenwald war überall“ fand am 17. bis 19. Oktober 2025 in Weimar statt. In Vorträgen, bei einer Exkursion zur Gedenkstätte „Laura“, aber auch in den Pausen und während der gemeinsamen Abendessen wurde intensiv über Gedenkarbeit in Zeiten des Rechtsrucks gesprochen.

Das große Interesse an dem Treffen hat uns besonders gefreut: Insgesamt 29 Teilnehmende von verschiedenen Gedenkstätten, Vereinen und Initiativen, der Landeszentrale für politische Bildung und dem Förderverein waren dabei. Dadurch ergaben sich viele Gelegenheiten zur gegenseitigen Vernetzung. Gleich zu Beginn der Tagung nahmen wir uns zunächst Zeit für einen allgemeinen Austausch über die Situation an den einzelnen Orten.

Danach stellte Dr. Michael Löffelsender, Kustos für die Geschichte des Konzentrationslagers an der Gedenkstätte Buchenwald, das neue Außenlager-Portal der Gedenkstätte vor. Es präsentiert umfangreiche Informationen zu den Außenlagern auf dem neuesten Stand der Forschung.

Da das Portal nun veröffentlicht ist, werden wir die Website unseres Netzwerks zeitnah überarbeiten. Statt historischer Fakten soll sie in Zukunft vor allem Auskünfte über die Vereine und Initiativen vor Ort bieten. Wir werden hierfür – voraussichtlich gegen Jahresende – Fragebögen über den Netzwerk-Verteiler verschicken.

Am Freitagnachmittag gab Dr. Frank Boblenz einen Überblick über die laufende Erschließung weiterer Akten des Konzentrationslagers Buchenwald, und Dipl. Ing. Henrik Hug vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. hielt einen Vortrag über die Neugestaltung der NS-Opfergrabstätte Nordhausen-Stresemannring.

Am Abend stellte Francis-Romeo Reich sein neues Buch über Kunst und Kultur im Außenlager Sömmerda vor und nahm sich Zeit für die Beantwortung der zahlreichen Fragen.

Die Exkursion zur Gedenkstätte „Laura“ am Samstag wurde von unserem Vorstandsmitglied Patrick Metzler organisiert, der die Gedenkstätte seit 2020 hauptamtlich betreut. Nach einem Rundgang über das ehemalige Lagergelände folgte ein Gedenken mit Kranzniederlegung sowie ein Treffen mit Mitgliedern des Fördervereins der Gedenkstätte.

Am Nachmittag diskutierten wir ausführlich und konstruktiv über aktuelle Herausforderungen für unsere Arbeit. Bei allen Unterschieden in den Voraussetzungen an den einzelnen Orten der Initiativen, ob im Ehren- oder Hauptamt betreut, durch Einzelpersonen oder Vereine getragen, waren wir uns darin einig, nach unseren Möglichkeiten und individueller Expertise gemeinsam an einer kritischen Gedenkstättenkultur weiterwirken zu wollen. Das Projekt „Buchenwald war überall“ ist uns dafür wichtiger Rahmen für den Austausch.

Weiterhin sehen wir alle die Notwendigkeit, uns regional weiter zu vernetzen, in der engagierten Zivilgesellschaft, ebenso wie mit Bildungsträgern, und unsere Anliegen an politische Entscheidungsträger:innen heranzutragen. Dabei liegt uns allen daran, immer wieder unsere Zielgruppen in den Blick zu nehmen, für die wir unsere Arbeit gestalten, und deren Rückmeldungen uns motivieren

Am Sonntag durften wir noch zwei weitere Vorträge hören: Dr. Jürgen Wolf vom Verein Gedenkstätte KZ-Außenlager Schlieben-Berga e.V. stellte neue Forschungen über den Todesmarsch Schliebener Häftlinge von Bautzen nach Nixdorf vor, Dr. Stefan Mühlhofer von den Kulturbetrieben der Stadt Dortmund gab Einblicke in die Neukonzeption der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache. Den Abschluss der Tagung bildete ein gemeinsamer Besuch des Museums Zwangsarbeit im Nationalsozialismus.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Vortragenden für die spannenden Beiträge, und ganz besonders bei unserem Vorstandsmitglied Anke Klüßendorf, die sich erneut gewohnt zuverlässig um die Organisation von Unterkunft, Verpflegung und Bustransfer gekümmert hat.