Ergebnisse und Erkenntnisse des Netzwerktreffens im September
Bei unserem Treffen in Weimar wurde deutlich, was das Netzwerk „Buchenwald war überall“ so besonders und wertvoll macht. Erstens die Vielfalt der Mitglieder: Unter den 17 Teilnehmenden waren Mitarbeitende von großen Gedenkstätten und ehrenamtlich Engagierte, Jüngere und Ältere, aus größeren Städten und ländlichen Gebieten. Zweitens die freundschaftliche und konstruktive Atmosphäre: Trotz dieser unterschiedlichen Hintergründe ergaben sich intensive Diskussionen zu Themen, die alle Teilnehmenden gleichermaßen beschäftigen. Drittens das gemeinsame Ziel: Der Einsatz für eine offene und kritische Erinnerungskultur, gegen Geschichtsrevisionismus und rechtes Gedankengut.
Zunächst skizzierte die Vorstandsvorsitzende des Fördervereins, Sabrina Winzer, die Situation des Netzwerks und die aktuellen Herausforderungen. Dr. Michael Löffelsender, Kustos der Gedenkstätte Buchenwald, stellte kurz die Planungen der Gedenkstätte für eine neue Online-Datenbank zu den ehemaligen Außenlagern vor. Danach teilten wir uns in Kleingruppen auf, um vier Themengebiete zu besprechen.
Erweiterung und Verstetigung des Netzwerks
Hierfür gab es viele Ideen, schließlich wurde ein Mailverteiler als bester Kommunikationsweg identifiziert. Zum Zwecke der Verstetigung wurde außerdem ein digitaler Stammtisch als regelmäßiges Format vorgeschlagen, bei dem aktuelle Probleme und Themen diskutiert werden könnten. Die Sichtbarkeit des Netzwerks könnte zudem durch die stärkere Betonung einer „Marke“ mit eigenem Logo gefördert werden.
Kooperationen
In der zweiten Kleingruppe wurden Möglichkeiten für Kooperationen besprochen. Erstens können Kooperationen innerhalb des Netzwerks stattfinden, z.B. zwischen größeren Gedenkstätten und kleineren Initiativen. Das Netzwerk kann hierbei Kontakte herstellen, aber ggf. auch helfen, Geldmittel zu beschaffen, wenn ansonsten förderrechtliche Probleme bestehen. Zweitens wurde auf die Chancen lokaler Kooperationen hingewiesen, etwa mit Schulen, Stadtarchiven und Universitäten. Einige Teilnehmende konnten hier von sehr erfolgreichen Versuchen berichten. Drittens wurde über die Möglichkeiten und Schwierigkeiten der Vernetzung über soziale Medien gesprochen. Hier würden sich ebenfalls hervorragende Möglichkeiten für Kooperationen ergeben. Allerdings sind noch nicht viele Mitglieder des Netzwerks in sozialen Medien aktiv, meist wegen Geld- und Zeitmangel. Diese Frage soll in Zukunft weiterverfolgt werden.
Zukünftige Netzwerktreffen
Bereits beim Netzwerktreffen im Frühjahr 2024 wurde deutlich, dass sich die formale wie inhaltliche Ausgestaltung, aber auch Themen wie z.B. Zeit und Ort für Treffen dieser Art, stärker an den Bedürfnissen und Wünschen der Netzwerkpartner orientieren müssen. Die Treffen sollen sich inhaltlich mit aktuellen Problemen, Themen und Fragestellungen befassen; mehr Praxis und Gegenwartsbezug, weniger Theorie- und Fachdebatte. Bei der Organisation sollte berücksichtigt werden, dass viele Teilnehmer ihre ehrenamtliche Tätigkeit im Netzwerk mit Alltag und Privatleben in Einklang bringen müssen. Ergänzend zu den Präsenztreffen sollte es online regelmäßig weitere Möglichkeiten zum Austausch geben.
Sicherung vorhandenen Wissens
In dieser Gruppe lag der Fokus auf der Frage, wie vor allem kleine Initiativen ohne Nachfolge verhindern, dass das gesammelte Wissen verloren geht. Es wurde über Kriterien diskutiert, welches Wissen mittels Digitalisierung der Materialien gesichert werden sollte. Hierfür könnte ein Onlineworkshop organisiert werden, in dem Richtlinien zum „Sammeln und Sichern“ sowie rechtlichen Fragen vermittelt werden. Darauf aufbauend wurde überlegt, wie Ehrenamtliche für solche Digitalisierungen gefunden werden könnten. Hierfür wurde vorgeschlagen, dass der direkte Kontakt mit Studierenden hilfreich sein könnte, um Interessierte vor allem für kürzere Aktionen zu gewinnen. Ebenfalls stand die Frage im Raum, ob andere Institutionen das Wissen übernehmen könnten, etwa die Arolsen Archives oder das Archiv der Gedenkstätte Buchenwald.
Nach dem Mittagessen fand zunächst ein „Markt der Möglichkeiten“ statt, bei dem die Mitglieder des Netzwerks aktuelle Vorhaben präsentierten und sich über die Situation an den jeweiligen Orten austauschen konnten. Anschließend wurden die Ergebnisse aus den Kleingruppen diskutiert und die nächsten Schritte besprochen, um das Netzwerk weiterzuentwickeln.
Im Anschluss an das Netzwerktreffen wurde der vorgeschlagene Mailverteiler erstellt, in dem sich mittlerweile über 50 Gedenkstätten, zivilgesellschaftliche Initiativen und engagierte Einzelpersonen zusammengeschlossen haben. In einem regelmäßigen Netzwerk-Newsletter können Veranstaltungshinweise, Ankündigungen, Berichte und neue Veröffentlichungen geteilt werden. Wenn Sie dem Verteiler beitreten und den Newsletter erhalten möchten, schreiben Sie bitte eine formlose Mail an al@foerderverein-buchenwald.de.